Kein Selbstgespräch!

Bete und du wirst entdecken, dass Beten Sinn hat – und anders als durch Beten wirst du es nie entdecken. MARTIN LUTHER (Reformator)

Mut ist Angst, die gebetet hat. CORRIE TEN BOOM (niederländische Christin und Judenretterin während des Nationalsozialismus)

Jeder Mensch möchte etwas oder  jemand anbeten, egal, ob wir es nun zugeben oder nicht, oder ob es uns überhaupt bewusst wird. Was auch immer wir anbeten, es prägt unser Leben. STORMIE OMARTIAN (amerikanische Christin und Autorin)

Das Gebet ersetzt keine Tat, aber das Gebet ist eine Tat, die durch nichts ersetzt werden kann. HANS VON KELER (ehemaliger evangelischer Bischof in Württemberg)

Beten nähert die Seele – was das Blut für den Körper ist, ist das Gebet für die Seele. MUTTER TERESA (indische Ordensschwester “Mutter der Armen“) 

Einige „Co-Autoren“ über das Gebet.  Die Auswahl ist klein, der Fundus von Zitaten riesig. Hilfreiche Gedanken aus eigenen Erfahrungen mit dem Beten.  Ich vermute,  dass mehr Menschen beten,  als wir meinen. Viele tun’s im Stillen und reden nicht drüber.  Aber es ist ihnen wichtig und gehört zu ihrem Leben, weil sie  daraus Kraft für den Tag und Zuversicht in schwierigen Situationen schöpfen. Aber genauso kenne ich andere, die für sich keinen Zugang zum Gebet finden und es für eine innerseelische Angelegenheit, für „Selbstgespräch“ halten.  Oder sie meinen, Gebet sei wirkungslos. „Der hilft ja auch nicht (gemeint ist Gott) das müssen wir schon selbst machen…“ Wie oft habe ich diesen Satz gehört.  Gerne würde ich dann meine Erfahrungen teilen. In vielen  Jahrzehnten habe ich selbst Erstaunliches mit dem Gebet erlebt.   Am Anfang stand die Erkenntnis, dass ich durch Jesus Zugang zum „Thron der Gnade“ (Zitat aus dem Hebräerbrief)  geschenkt bekommen habe. Darum steht  das Danken steht ganz oben. Alles, was zu mir und meinem Leben gehört, verdanke ich meinem Vater im Himmel. Dazu gehört auch die Gewissheit der Vergebung, Jesus hat meine Schuld am Kreuz bezahlt. Und das darf immer wieder in Anspruch genommen werden, weil Sünde klebrig ist und wie ich mich täglich wasche, mein Herz auch die Reinigung nötig hat.  Für andere Menschen zu beten ist mir  genauso wichtig, ihre Nöte und Probleme zu Gott zu tragen und um Schutz und Bewahrung zu beten. Aber das Wichtigste ist mir,  Jesus zu sagen, wie wunderbar er ist, Gott zu ehren für sein Wesen, seine Macht, die nicht zerstört, sondern aufrichtet, für seine unergründliche Liebe und Zuwendung. Die Bibel nennt das „Anbetung“.  Und dann merke ich, wie die Perspektiven und Proportionen sich verändern, was bedrohlich erscheint,  verliert seine Kraft und die Zuversicht, geborgen zu sein, nimmt zu.  Nein, Beten ist kein Selbstgespräch.  Das Gespräch des Herzens mit Gott macht uns zu Menschen, die ihre Abhängigkeit von Gott als Glück bezeichnen. Aber was soll ich schreiben über das Beten – Martin Luther bringt es auf den Punkt: Bete und du wirst entdecken, dass Beten Sinn hat – und anders als durch Beten wirst du es nie entdecken.   

Johannes Helmer